Entwicklungen für Jahresabschlüsse und Bilanzen

Über 80 Bilanzbuchhalter/-innen und Controller/-innen aus der Region kamen in der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen für Jahresabschlüsse und Bilanzen zu informieren und auszutauschen. Die IHK Lippe hatte gemeinsam mit dem Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC) zu der Tagung in Detmold eingeladen, die großen Zuspruch fand.

Laufende Änderungen der Gesetze und Verordnungen sowie die Rechtsprechung zwingen Bilanzbuchhalter, sich ständig fortzubilden und ihre Erfahrungen auszutauschen. Fehler dürfen sich die Finanz- und Bilanzexperten nicht leisten: auf ihren Ergebnissen gründen wichtige Unternehmensentscheidungen.

Anlässlich der Tagung in Lippe wurden die Bilanzanalyse, Offenlegungsvorschriften und die E-Bilanz thematisiert. Hierzu referierten Axel Uhrmacher (BVBC e.V.) sowie Jana Bibow und Jens Dotterbusch vom Bundesanzeiger Verlag. „Was aus einer Bilanz heraus gelesen werden kann, wird in kleineren Unternehmen oft unterschätzt. Die Bank oder der versiertere Mitbewerber wissen oft mehr als der Inhaber selbst“, so Axel Uhrmacher. Er warnte davor, „Kennzahlen-Friedhöfe“ zu produzieren, sondern nur die auszuwählen, die für das Unternehmen aussagekräftig sind. Und: Viele Kennzahlen sind nicht miteinander vergleichbar. Es kommt darauf an, wie sie berechnet wurden.“

Den Stand der Einführung der Elektronischen Bilanz (E-Bilanz) zeigten Jana Bibow und Jens Dotterbusch. Die E-Bilanz soll unter anderem dem Bürokratieabbau dienen und Verwaltungsvereinfachungen bringen, ist aber noch nicht ganz fehler- bzw. widerspruchsfrei. Bei der Umsetzung sind etliche Stolpersteine zu beachten.

Da mit dem Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) ab dem 23.07.2015 einige Änderungen zur Offenlegungspflicht in Kraft getreten sind, wurden diese erläutert und seitens des Bundesanzeiger-Teams Unterstützung bei offenen Fragen angeboten.

Der Bewertung und Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG) widmete sich Uwe Jüttner. „Für die Unternehmen gilt es abzuwägen, wo die Vor- und Nachteile je nach Auslegung des künftigen Wahlrechts liegen. Und sie müssen Besonderheiten bei den Aufzeichnungspflichten beachten,“ so Jüttners Resümee. Uwe Jüttner ist erfahrener Bilanzbuchhalter und Dozent sowie Präsident der European Management Accountants Association e.V. (EMAA), der Dachorganisation der nationalen Bilanzbuchhalter- und Controller-Verbände. Er lenkte abschließend den Blick über die Grenzen hinaus und stellte die Fortbildung zum European Management Accountant vor. Diese Qualifizierung beinhaltet europaweit ausgelegtes Fachwissen in Bilanzbuchhaltung und Controlling und soll den Absolventen beruflich den europäischen Arbeitsmarkt öffnen.

Der Bilanzbuchhalter- und Controllertag klang mit einem regen Austausch der Fachbesucher aus und verdeutlichte: Die Themen im Bilanz- und Steuerrecht sowie dem Controlling gehen nie aus.

IHK Lippe zu Detmold