Computermesse in Hannover, CeBIT 2017: Darum ging’s

EMAA-Präsident Uwe Jüttner ist fast jedes Jahr auf der CeBIT

In der Zeit vom 20. bis 24. März 2017 fand die weltgrößte Computermesse CeBIT in Hannover statt. EMAA-Präsident Uwe Jüttner war vor Ort und fasst zusammen, worüber Sie unbedingt Bescheid wissen sollten.

Unternehmen müssen sich vor Cyber-Attacken schützen

Ein Fokus der CeBIT 2017 lag auf dem Schutz vor Cyber-Attacken, denn solche Angriffe kosten die Industrie schon jetzt Milliarden. Die Lage ist bedrohlich und sorgt für viel Gesprächsstoff. Die IT-Sicherheit ist für Anbieter und Kunden des Cloud-Computing ebenso bedeutsam wie für die Industrie, die mit großen Schritten in Richtung Digitalisierung marschiert. Der Erfolg von Industrie 4.0 steht und fällt mit der Sicherheit der eingesetzten Systeme. IT-Sicherheit beginnt einfach – bei Firewalls, Virenscannern und sicheren Passwörtern. Doch selbst da hapert es bei manchen Geräten, die im IoT – Internet of Things (Internet der Dinge) – vernetzt werden und als Eingangstür für Schadprogramme genutzt werden. Diese Türen stehen leider viel zu oft sperrangelweit auf.

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) hat gravierende Auswirkungen für Unternehmen. Sie bietet Organisationen aber auch die Chance, ihre bestehenden Sicherheitsmaßnahmen zu analysieren, um so nicht nur ihre Sicherheitslage zu verbessern, sondern auch das Risiko kostspieliger Datenschutzverletzungen zu senken. Das neue Gesetz ist ab dem 15. Mai 2018 anzuwenden. Den Unternehmen bleibt also nicht mehr viel Zeit, um sich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Bei Nichtbeachtung drohen schwere Konsequenzen. So müssen Unternehmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, mit hohen Geldstrafen rechnen.

Sämtliche Daten, die erstellt, verarbeitet und gespeichert werden, müssen nach einer Standardstrategie verschlüsselt werden. Zudem müssen Zugriffskontrollen installiert werden, so dass nur Benutzer mit entsprechenden Berechtigungen auf bestimmte Daten zugreifen dürfen.

Antivirenprogramme auf allen Geräten Pflicht

Die Deutschen nutzen das Internet heute häufiger vom Smartphone aus als vom heimischen PC. Während auf dem PC meistens noch Antivirenprogramme installiert sind, sieht es mit der Sicherheit bei Smartphones eher schlecht aus. Hacker entwickeln jeden Tag unendlich viele Viren und Schadprogramme, die über Firmen-Handys und Tablets in die Unternehmen transportiert werden. Eine deutliche Empfehlung der CeBIT ist, auch auf Smartphones Virenscanner zu installieren und die Software durch ein regelmäßiges Update auf dem Laufenden zu halten.

Neuer Mobilfunkstandard 5G

Was bringt uns die neue Mobilfunkgeneration 5G? Ab dem Jahr 2020 soll der neue Mobilfunkstandard 5G mit sehr hohen Datenraten bei Down- und Uploads und mit einer hohen Verfügbarkeit sowie einer extrem niedrigen Latenzzeit bereit stehen. Die Geschwindigkeiten werden aber auch benötigt, wenn Entwicklungen wie sicheres autonomes Fahren erfolgreich gelingen sollen.

Nächste große Revolution: Internet of Things

Die Vernetzung der Welt vollzieht sich rasant und alles was vernetzt werden kann, wir auch vernetzt. Nachdem Internet und Social Media die Kommunikation unserer Gesellschaft bereits grundlegend verändert haben, steht mit dem Internet der Dinge „IoT“ die nächste Revolution vor der Tür. Im Jahr 2020 sollen 20 Milliarden Geräte vernetzt sein – und das trifft den deutschen Mittelstand ins Mark. Hier geht es nicht nur um Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Heizungsanlagen und Rolladensteuerungen, sondern um Echtzeit-Nutzungsdaten und neue Leistungsmerkmale in allen Bereichen. In allen Branchen sind IoT-Plattformen im Aufbau, denn Unternehmen haben erkannt, dass nur der, der schnell ist, auch gewinnen kann. Die IT muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alles richtig vernetzt und gemanagt wird. Dafür sollen in diesem Jahr voraussichtlich 21.000 neue Arbeitsplätze in der IT-Branche geschaffen werden.

Anwender stellen heutzutage große Anforderungen an eine gute betriebswirtschaftliche Software (ERP-System): Mobilität, Vernetzung, Usability, rechtliche Vorgaben/Compliance (z. B. GoBD) und Daten-/Informationssicherheit sind nur einige Merkmale, die die ERP-Systeme beachten müssen. Die Umsetzung in die Praxis dürfte tatsächlich aber noch Jahrzehnte dauern.

Was bietet Branchenriese SAP?

Wie sieht das Lösungsportfolio von SAP aus? Heute ist das Unternehmen im Kern zwar immer noch ein Hersteller von Geschäftsanwendungen. Allerdings gewinnen die In-Memory-Plattform SAP HANA, mobile Lösungen sowie nicht zuletzt Dienste und Dienstleistungen rund um den Betrieb von Business Software (Cloud-Services, Managed Services) immer mehr an Bedeutung. Mit SAP S/4HANA steht der Nachfolger für das Flagschiff von SAP, die Business Suite, zur Verfügung. Wie Business ByDesign wurde auch SAP S/4HANA für den Einsatz in der Cloud konzipiert, lässt sich aber auch herkömmlich „on-Premise“ betreiben. Das „S“ in S/4HANA steht für „Simple“, womit SAP zum Ausdruck bringen möchte, dass sich die neue Lösung wesentlich einfacher bedienen, warten und weiterentwickeln lässt. HANA soll auf Desktops, mobilen Endgeräten und Tablets einsetzbar sein. Der Umstellungsaufwand auf die neue Technologie ist jedoch nicht zu unterschätzen. Daher werden wohl in den nächsten drei Jahren nur etwa ein Drittel der SAP-Kunden auf HANA umstellen. Zwei Drittel sind noch unentschlossen.

Bis zu 50 Prozent sparen mit gebrauchter Software

Viele fragen sich: Muss ich als Nutzer von Windows, Office & Co. immer neue Software kaufen oder tut es auch eine gebrauchte Software-Lösung? Einsparungen von bis zu 50 Prozent, gleiche Leistung und das alles vollkommen legal – das sind die Vorteile gebrauchter Software, beispielsweise aus Firmeninsolvenzen oder Überschüssen. Trotzdem scheuen immer noch viele Unternehmen vor dem Thema zurück. Viele IT-Verantwortliche sitzen dem Irrglauben auf, dass der Handel mit oder die Nutzung von Lizenzen aus zweiter Hand illegal seien. Dabei haben der Europäische Gerichtshof (03.07.2012, C-128/11) und der Bundesgerichtshof (2014) bestätigt, dass Nutzung und Handel mit Lizenzen aus zweiter Hand legal sind. Die Rechtslage ist also eindeutig. Mit gebrauchter Software ist eine vollwertige und vor allem kostengünstigere Alternative auf dem Markt verfügbar. Suchen Sie im Internet doch einfach mal nach gebrauchter Software. Sogar Office 2013- und 2016-Versionen sind dort verfügbar.

Elektronische Rechnungen: rechtskonform und kostensparend

Die meisten Unternehmen versenden noch Papierrechnungen und begründen das mit der Rechtssicherheit und Kostenvorteilen. Wie ein Vergleich zeigt, ist die elektronische Variante gleichauf und schneidet sogar besser ab. Elektronische Rechnungen sind inzwischen rechtskonform. Gemäß Schreiben des Bundesfinanzministeriums zur Umsatzsteuer vom 02. Juli 2012 können Rechnungen mit formloser Zustimmung des Empfängers elektronisch zugestellt werden.

Zur Vereinheitlichung des Datenaustausches haben Experten in Deutschland das Format ZUGFeRD entwickelt. „ZUG“ steht für „Zentraler User Guide“, „FeRD“ für das Forum elektronischer Rechnungen Deutschland. Eine Rechnung im ZUGFeRD-Format besteht aus einem Dokument im PDF/A-Format sowie einer eingebetteten XML-Datei, welche die Rechnungsdaten enthält. Der Empfänger der Rechnung kann mit beiden Datenformaten arbeiten. Die Erfassung und Bearbeitung solcher Rechnungen läuft so schneller und kostengünstiger. Das ZUGFeRD-Format ist auch auf europäischer Ebene zukunftsfähig. Es nutzt internationale Standards und wird regelmäßig weiterentwickelt. Wann steigen Sie um?

BEREIT FÜR RECHNUNGSWESEN 4.0?