{"id":295,"date":"2015-01-14T11:34:33","date_gmt":"2015-01-14T10:34:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.emaa.de\/?page_id=295"},"modified":"2015-01-14T11:34:33","modified_gmt":"2015-01-14T10:34:33","slug":"controlling","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/emaa.de\/?page_id=295","title":{"rendered":"Controlling"},"content":{"rendered":"<h1>Standpunkt (Zeitschrift Accounting Juni 2004)<\/h1>\n<p>IFRS bedarf der F\u00fchrungsrolle des Controlling<\/p>\n<p>Die Umstellung der Rechnungslegung auf internationale Standards (International Financial Reporting Standards \u2013 IFRS; fr\u00fcher IAS) ist schon viel diskutiert und beleuchtet worden. An dieser Stelle m\u00f6chte ich einen Aspekt hinzuf\u00fcgen, der mir bisher zu kurz gekommen scheint: die Rolle des Controllings. Auch wenn die Controller die Entwicklung ein wenig verschlafen haben, so werden sie durch die IFRS \u00fcber kurz oder lang immer mehr in eine F\u00fchrungsrolle gedr\u00e4ngt werden, wenn das Rechnungswesen insgesamt nicht seine Glaubw\u00fcrdigkeit als Lieferant verst\u00e4ndlicher, entscheidungsgerechter und fr\u00fchzeitiger Steuerungsinformationen f\u00fcr das interne Management verlieren will. F\u00fcr diesen Standpunkt sprechen eine Vielzahl von Gr\u00fcnden, von denen ich vier wesentliche herausgreifen will:<\/p>\n<p>Ausgaben f\u00fcr Wirtschaftsg\u00fcter d\u00fcrfen nur dann als <strong>Assets<\/strong> verbucht werden, wenn ein zuk\u00fcnftiger wirtschaftlicher Nutzen angenommen werden kann. Die Einsch\u00e4tzung von Zukunftserwartungen geh\u00f6rt normalerweise zu den Aufgaben des Investitions-Controlling; die Buchhaltung ist klassischerweise damit nicht befasst.<\/p>\n<p>Nach den Regeln der IFRS muss eine <strong>Segment-Berichterstattung<\/strong> aufgebaut werden, die auf der Vollkosten-Rechnung beruht. Damit ist die Problematik von Umlagen verbunden, die zu Fehlinformationen \u00fcber die Rentabilit\u00e4ts-Strukturen eines Unternehmens f\u00fchren und damit notwendigerweise \u2013 sofern wir diesen Informationen folgen \u2013 Fehlallokationen von Ressourcen nach sich ziehen. Dieser Gefahr k\u00f6nnen wir nur entgehen, wenn der Segment-Berichterstattung durch das Controlling eine stufenweise und umlagenfreie Deckungsbetragsrechnung zur Seite gestellt wird. Dann aber sollte die externe Rechnungslegung \u2013 soweit das m\u00f6glich ist \u2013 dieser Orientierung folgen und nicht umgekehrt.<\/p>\n<p>Sofern wir einen Impairment &#8211; Test durchf\u00fchren m\u00fcssen, fordern die IFRS neben der Segment-Berichterstattung eine Abgrenzung von <strong>Cash Generating Units<\/strong> (CGU\u2019s). Hier ist das Controlling mehrfach gefordert. Zum einen geht es um die Passf\u00e4higkeit der IFRS -strukturen untereinander und mit den bestehenden Strukturen des Unternehmens. Die Segmente bilden meistens die Gesch\u00e4ftsfelder unseres Unternehmens ab. Die CGU\u2019s setzen die Zuordnung durchg\u00e4ngiger Zahlungsstr\u00f6me voraus. Das ist nicht unbedingt deckungsgleich. Zum anderen ergeben sich Schwierigkeiten, wenn die bisherige Struktur z.B. auf Profit-Center ausgerichtet ist, weil die Abgrenzung der Profit-Center sich oft weder mit den Gesch\u00e4ftsfeldern noch mit den von der Buchhaltung abgebildeten Zahlungsstrom-Bereichen deckt. Schlie\u00dflich werden unsere Unternehmen immer st\u00e4rker in \u00fcbergreifende Netzwerke eingebunden (Lieferanten-Ketten, Kunden-Gemeinschaften), die ebenfallls den Segment- und CGU-Strukturen nicht notwendigerweise entsprechen. In der Praxis lassen sich diese Widerspr\u00fcche mit den M\u00f6glichkeiten der Rechnungslegung nicht aufl\u00f6sen. Hier kann nur das Controlling durch begleitende Rechnungen f\u00fcr die erforderliche Transparenz sorgen (Stichworte: SCM, CRM). Daraus ergeben sich Konsequenzen f\u00fcr die Strukturen der Rechnungslegung \u2013 die Gestaltung des Kontenplanes beispielsweise sollte aus dieser \u00fcbergreifenden Sicht erfolgen.<\/p>\n<p>Die IFRS erm\u00f6glichen eine Vielzahl erfolgswirksamer Buchungen, denen keine ad\u00e4quaten Zahlungsstr\u00f6me gegen\u00fcberstehen. Hier sei stichwortartig nur auf die Aktivierung von <strong>unrealisierten Gewinnen aus unvollendeten Projekten<\/strong> (Prercentage of completion Methode) oder von Entwicklungskosten ab Vorliegen eines Prototyps oder von bestimmten Optionen verwiesen. All diese Regeln haben ihre Berechtigung. Aber sie f\u00fchren dazu, dass nur noch Experten aus den Daten der Rechnungslegung erkennen k\u00f6nnen, ob unser Unternehmen unter dem Strich sowohl periodenbezogen als auch kumulativ Geld verdient oder vernichtet hat. Erschwert wird der Durchblick noch dadurch, dass wir f\u00fcr eine geraume Zeit mit wenigstens <strong>drei <\/strong>verschiedenen Rechnungslegungen konfrontiert werden \u2013 dem IFRS &#8211; Abschluss f\u00fcr die internationale Berichterstattung; dem HGB-Abschluss f\u00fcr das nationale Gesellschaftsrecht und dem steuerlichen Abschluss f\u00fcr das Finanzamt. Und wer an der amerikanischen B\u00f6rse notiert ist, darf noch einen Abschluss nach US-GAAP dazugeben.<\/p>\n<p>Das Cashflow Statement hilft in dieser Frage nur bedingt, da es normalerweise retrograd erstellt wird und daher die Besonderheiten der Einzelbuchungen nur unvollst\u00e4ndig nachvollzieht. Au\u00dferdem vermittelt es durch seine perioden- und unternehmensbezogenen Begrenzungen kein wahres Bild der Situation.<\/p>\n<p>Erst in der kumulativen Betrachtung zeigt sich der reale Saldo aus Einnahmen und Ausgaben. Und gleichzeitig ben\u00f6tigen wir Aussagen sowohl \u00fcber die internen Strukturen der Zahlungsstr\u00f6me als auch jene der externen Verflechtung, um uns einen realistischen \u00dcberblick zu verschaffen. All diese Informationen kann nur das Controlling aufbereiten.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns als Controller dieser Herausforderung stellen. Das setzt eine intensive, also auch entsprechend aufw\u00e4ndige Besch\u00e4ftigung mit den IFRS voraus. Denn wir ben\u00f6tigen in den f\u00fcr uns relevanten Fragen eine ausreichende Kenntnis der Regelungen. Zugleich aber er\u00f6ffnet die Umstellung auf IFRS uns die gro\u00dfe Chance, bei der Anpassung an die Internationalisierung der Rechnungslegung eine f\u00fchrende Rolle zu \u00fcbernehmen und damit die strategische Position des Controllings nachhaltig zu verbessern. Wir sollten diese Chance nutzen.<\/p>\n<p>Informationen \u00fcber die Zeitschrift Accounting erhalten Sie unter <a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.haufe.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Standpunkt (Zeitschrift Accounting Juni 2004) IFRS bedarf der F\u00fchrungsrolle des Controlling Die Umstellung der Rechnungslegung auf internationale Standards (International Financial Reporting Standards \u2013 IFRS; fr\u00fcher IAS) ist schon viel diskutiert und beleuchtet worden. 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