{"id":177,"date":"2015-01-14T09:45:59","date_gmt":"2015-01-14T08:45:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.emaa.de\/?p=177"},"modified":"2015-01-14T09:45:59","modified_gmt":"2015-01-14T08:45:59","slug":"eu-qualitaetsrahmen-fuer-praktika","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/emaa.de\/?p=177","title":{"rendered":"EU-Qualit\u00e4tsrahmen f\u00fcr Praktika"},"content":{"rendered":"<h2><b><i>EU-Qualit\u00e4tsrahmen f\u00fcr Praktika: Erfolgsmodell nicht aufs Spiel setzen!<\/i><\/b><\/h2>\n<p>Praktika sind ein wichtiges Instrument, um junge Menschen mit der Arbeitswelt vertraut zu machen \u2013 sie erleichtern ihnen den Einstieg ins Berufsleben. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit sowie nicht existierender rechtlicher Regelungen in einigen EU-Staaten sind jedoch die sogenannten \u201efreiwilligen Praktika\u201c \u2013 also solche, die nicht f\u00fcr den Zugang zu bestimmten Berufen bzw. im Rahmen einer Schul- oder Studienordnung vorgeschrieben sind \u2013 zum Gegenstand einer lebhaften politischen Debatte geworden. Dem dabei laut gewordenen Ruf nach st\u00e4rkerer Regulierung ist die EU-Kommission im Dezember 2013 in Form eines Empfehlungsvorschlages zu einem \u201eQualit\u00e4tsrahmen f\u00fcr Praktika\u201c nachgekommen. Ihre Initiative ist Teil des EU-Jugendbesch\u00e4ftigungspakets und soll von den europ\u00e4ischen Arbeitsministern bis zum Sommer verabschiedet werden. Auch wenn die EU-Empfehlung rechtlich nicht verbindlich ist, schafft sie f\u00fcr die EU-Mitgliedstaaten politischen Druck, sie in nationales Recht umzusetzen.<\/p>\n<h2><b>EU will Mindeststandards f\u00fcr freiwillige Praktika festschreiben<\/b><\/h2>\n<p>Mit dem Qualit\u00e4tsrahmen will die EU sicherstellen, dass europaweit die wichtigsten Aspekte des Praktikums in einer schriftlichen Vereinbarung fixiert werden. Dazu z\u00e4hlen neben den Lernzielen und Arbeitsbedingungen auch eine m\u00f6gliche Verg\u00fctung, die Rechte und Pflichten der Beteiligten sowie die Praktikumsdauer. So sollen Unternehmen bereits in der Stellenausschreibung angeben, ob es sich um ein bezahltes Praktikum handelt. Die Dauer freiwilliger Praktika soll in der Regel auf sechs Monate begrenzt werden; im Anschluss soll der Betrieb ein qualifiziertes Zeugnis ausstellen.<\/p>\n<h2><b>Mehr B\u00fcrokratie f\u00fchrt zu weniger Praktikumspl\u00e4tzen<\/b><\/h2>\n<p>Ein Ziel des Qualit\u00e4tsrahmens ist es, m\u00f6glichen Missbrauch zu verhindern. Daf\u00fcr gibt es in Deutschland bereits ausreichende gesetzliche Regelungen, zum Beispiel im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Weitere rechtliche Vorgaben in Deutschland sieht der DIHK kritisch: Sind die formalen Anforderungen zu hoch, besteht die Gefahr, dass insbesondere kleine und mittelst\u00e4ndische Firmen ihr Angebot zumindest reduzieren. Ein \u201eMehr\u201c an B\u00fcrokratie k\u00f6nnte somit gleichbedeutend mit einem \u201eWeniger\u201c an Praktikumspl\u00e4tzen sein \u2013 das kann niemand wollen!<\/p>\n<h2><b>Fachkr\u00e4ftesicherung unterst\u00fctzen<\/b><\/h2>\n<p>H\u00e4ufig wird bei der nationalen Umsetzung von Br\u00fcsseler Rechtsakten noch kr\u00e4ftig \u201edraufgelegt\u201c \u2013 und dadurch zus\u00e4tzlich an der B\u00fcrokratie-Schraube gedreht. Auch f\u00fcr freiwillige Praktika w\u00e4re ein \u201eAufsatteln\u201c zu bef\u00fcrchten, zum Beispiel in Form eines Mindestlohns. Weniger Praktikumspl\u00e4tze in Deutschland w\u00e4ren die Folge. Die Zeche zahlen dann diejenigen, die gerne am Arbeitsmarkt Fu\u00df fassen w\u00fcrden: Eine Studie des Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat gezeigt, dass von 2006 bis 2010 j\u00e4hrlich zwischen 140.000 und 150.000 Praktikanten von den Betrieben in ein regul\u00e4res Arbeitsverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen wurden. Insbesondere f\u00fcr Kleinbetriebe sowie f\u00fcr den Handel- und Dienstleistungssektor leisten Praktika einen wertvollen Beitrag zur Fachkr\u00e4ftesicherung. Auch der berufliche Wiedereinstieg gelingt nach einer Phase der Nichtbesch\u00e4ftigung deutlich besser, wenn zuvor ein Praktikum absolviert wurde.<\/p>\n<h2><b>Praktika: Auf rigide rechtliche Vorgaben und Mindestlohn verzichten\u00a0<\/b><\/h2>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist der von der EU-Kommission vorgeschlagene Qualit\u00e4tsrahmen flexibel und pragmatisch genug, um funktionierenden Praktikumssystemen wie dem in Deutschland keine Steine in den Weg zu legen. Bleiben Praktika weiterhin auch f\u00fcr Unternehmen attraktiv, kann ein europaweiter Qualit\u00e4tsrahmen die Firmen durchaus noch st\u00e4rker dazu ermutigen, mehr hochwertige Praktikumspl\u00e4tze anzubieten. Daher m\u00fcssen die EU-Arbeits- und Sozialminister bei der endg\u00fcltigen Beschlussfassung des Qualit\u00e4tsrahmens unbedingt von einer Versch\u00e4rfung absehen. Und speziell f\u00fcr Deutschland muss gelten: Um der jungen Generation den Weg in eine gute Zukunft am Arbeitsmarkt zu erhalten, m\u00fcssen auch freiwillige Praktika vom geplanten Mindestlohn ausgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>EU-Qualit\u00e4tsrahmen f\u00fcr Praktika: Erfolgsmodell nicht aufs Spiel setzen! Praktika sind ein wichtiges Instrument, um junge Menschen mit der Arbeitswelt vertraut zu machen \u2013 sie erleichtern ihnen den Einstieg ins Berufsleben. 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