{"id":218,"date":"2015-01-14T10:25:20","date_gmt":"2015-01-14T09:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.emaa.de\/?p=218"},"modified":"2016-03-06T11:32:42","modified_gmt":"2016-03-06T10:32:42","slug":"reform-der-grundsteuer-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/emaa.de\/?p=218","title":{"rendered":"Reform der Grundsteuer in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Anlagenbuchhalter\/-innen!<\/p>\n<p><b>Mit Blick auf die anstehende Reform der Grundsteuer pl\u00e4diert das Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln (IW) f\u00fcr das sog. Bodenwertmodell. Daf\u00fcr spreche vor allem der geringe Verwaltungsaufwand und eine verl\u00e4ssliche, transparente Bewertungsbasis.<\/b><\/p>\n<p>Die Grundsteuerreform in Deutschland ist eine Neverending Story, die die Gro\u00dfe Koalition in dieser Legislaturperiode zu Ende erz\u00e4hlen will. Das ist auch dringend n\u00f6tig. Denn die Berechnungsgrundlagen (Einheitsbewertung auf Basis des Ertragswert- oder Sachwertverfahren ABL 01.01.1964, NBL 01.01.1935), nach denen rund 22 Millionen Immobilien und Grundst\u00fccke j\u00e4hrlich mit Steuern belegt werden, sind nach h\u00f6chstrichterlichem Urteil nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Vier Reformvarianten liegen auf dem Tisch:<\/p>\n<ul type=\"disc\">\n<li>das Verkehrswertmodell,<\/li>\n<li>das wertunabh\u00e4ngige Modell,<\/li>\n<li>das geb\u00e4udewertunabh\u00e4ngige Kombinationsmodell und<\/li>\n<li>das Bodenwertmodell.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach Ansicht der IW-Forscher sollte sich die Politik f\u00fcr das Bodenwertmodell entscheiden und dieses aufkommensneutral umsetzen. Das w\u00fcrde bedeuten, dass den St\u00e4dten und Gemeinden auch k\u00fcnftig j\u00e4hrlich rund 12 Milliarden Euro aus der Grundsteuer zuflie\u00dfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Bodenwertmodell wird einzig und allein der Bodenwert eines Grundst\u00fccks zur Steuerberechnung herangezogen &#8211; und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob es bebaut ist oder nicht. Gr\u00f6\u00dfere und teurere Grundst\u00fccke w\u00fcrden somit st\u00e4rker besteuert als kleinere und g\u00fcnstigere. Dadurch setzt das Modell die richtigen Anreize, um die in Deutschland vorhandenen Grundst\u00fccksfl\u00e4chen besser auszulasten.<\/p>\n<p>Da nicht das Geb\u00e4ude besteuert wird, bleiben f\u00fcr die Eigent\u00fcmer Investitionen in ihre Immobilien attraktiv &#8211; etwa um sie energetisch zu modernisieren. Insgesamt f\u00fchrt eine Bodenwertsteuer damit zu einer besseren Ausnutzung von Brachfl\u00e4chen sowie von Baul\u00fccken und wirkt so dem \u00fcberh\u00f6hten Fl\u00e4chenverbrauch und der Zersiedelung der Landschaft entgegen.<\/p>\n<p>Auch der Verwaltungsaufwand ist bei diesem Modell am geringsten, da mit den Bodenrichtwerten eine fl\u00e4chendeckende und verl\u00e4ssliche amtliche Bewertungsbasis zur Verf\u00fcgung steht. Um die Verteilungswirkungen der Reform im Vergleich zum Status quo gering zu halten und Grundst\u00fccke in teuren Lagen nicht zu stark zu belasten, k\u00f6nnte die reine Grundst\u00fccksgr\u00f6\u00dfe in die Steuerberechnung mit einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nUwe J\u00fcttner<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Anlagenbuchhalter\/-innen! Mit Blick auf die anstehende Reform der Grundsteuer pl\u00e4diert das Institut der deutschen Wirtschaft K\u00f6ln (IW) f\u00fcr das sog. Bodenwertmodell. 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