{"id":225,"date":"2015-01-14T10:29:26","date_gmt":"2015-01-14T09:29:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.emaa.de\/?p=225"},"modified":"2015-08-30T14:41:43","modified_gmt":"2015-08-30T13:41:43","slug":"5-deutschen-anlagenbuchhalter-tagung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/emaa.de\/?p=225","title":{"rendered":"5. Deutsche Anlagenbuchhalter-Tagung"},"content":{"rendered":"<h2><b>Bericht \u00fcber die 5. Anlagenbuchhalter-Tagung<\/b><\/h2>\n<p>Bereits zum f\u00fcnften Mal traf sich die Community der Anlagenbuchhalter\/-innen zu einer zweit\u00e4gigen Tagung in den R\u00e4umlichkeiten der Unternehmensgruppe Freudenberg in Weinheim an der Bergstra\u00dfe. Die Veranstaltung, organisiert vom BVBC, der EMAA und der Freudenberg IT ist eine feste Gr\u00f6\u00dfe im j\u00e4hrlichen Seminarkalender. Hier werden von begehrten Spezialisten der Anlagenbuchhaltung und der IT Informationen vermitteln, die die Teilnehmer selbst zu Experten dieser teils schwierigen und umfangreichen Thematik werden lassen.<\/p>\n<p><span lang=\"EN-US\">Thilo Liebermann, Business Unit Director der Freudenberg IT Solution Consulting SE &amp; Co. <\/span>KG begr\u00fc\u00dfte als Gastgeber die mehr als 100 Teilnehmer. Er stellte die Freudenberg-Gruppe, Freudenberg IT und die verschiedenen Produkte des Unternehmens vor. Da die Veranstaltung im Besucherpavillon stattfand, lud er die G\u00e4ste zu einem Rundgang durch die hochinteressante Ausstellung im Untergeschoss ein.<\/p>\n<p>Axel Uhrmacher, Vizepr\u00e4sident des BVBC, begann seine Gru\u00dfworte humorvoll und hatte damit die Lacher gleich auf seiner Seite. Er hie\u00df die Gastgeber, Referenten und Teilnehmer herzlich willkommen und stellte den BVBC, dessen Aufgaben und Ziele vor.<\/p>\n<p>Uwe J\u00fcttner, Pr\u00e4sident der EMAA, stellte das umfangreiche Programm der beiden Tage vor, gab Hinweise auf das ausgelegte\u00a0 Informationsmaterial und den organisatorischen Ablauf. Er erl\u00e4uterte, dass in diesem Jahr die Handwerkzeuge der Anlagenverwaltung, wie Bilanzierungsrichtlinien und Aktivierungsleitlinien nach IFRS, HGB und Steuerrecht vorgestellt werden. Um Risiken und Schw\u00e4chen in den Arbeits- und Ablaufprozessen feststellen und dokumentieren, bzw. diese abstellen zu k\u00f6nnen, ist eine leicht verst\u00e4ndliche visuelle Darstellung der Prozesse unumg\u00e4nglich. Kontrollmechanismen m\u00fcssen die Risiken auf ein Minimum reduzieren. Wie solche Hilfsmittel aufgebaut und angewendet werden k\u00f6nnen, damit diese der Internen Revision oder der Wirtschaftspr\u00fcfung standhalten, soll diese Tagung den Teilnehmern aufzeigen, so J\u00fcttner weiter.<\/p>\n<p>J\u00fcttner begann dann auch gleich mit dem ersten Fachvortrag \u00fcber die Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten bei Geb\u00e4uden. Dabei bezog er sich auf das BMF-Schreiben vom 18.07.2003, welches sich mit der Abgrenzung von Anschaffungskosten, Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen bei der Instandsetzung und Modernisierung von Geb\u00e4uden auseinandersetzt. J\u00fcttner erkl\u00e4rte die Begrifflichkeiten zur Herstellung der Betriebsbereitschaft und Funktionst\u00fcchtigkeit, wobei zwischen objektiver und subjektiver Funktionsunt\u00fcchtigkeit unterschieden werden muss. Die Hebung des Standards stellte er mit zahlreichen Bildern und praktischen Beispielen vor. Wann liegt eine Erweiterung, Substanzmehrung, Nutzungs\u00e4nderung oder eine wesentliche Verbesserung vor? Was passiert, wenn eine Sanierung in Raten, also auf einen l\u00e4ngeren Zeitraum verteilt, ausgef\u00fchrt wird? Alle Fragen wurden gekl\u00e4rt oder mit den Teilnehmern rege diskutiert, selbst die Pausen wurden zum fachlichen Austausch intensiv genutzt.<\/p>\n<p>Der zweite Fachvortrag, ebenfalls von Uwe J\u00fcttner vorgestellt, besch\u00e4ftigte sich mit dem Komponentenansatz nach IFRS und deren Anwendungsm\u00f6glichkeit im HGB und Steuerrecht. W\u00e4hrend das Steuerrecht den Komponentenansatz bislang strikt ablehnt, besteht im Handelsrecht seit dem 01.01.2010 und dem BilMoG \u2013 Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz die M\u00f6glichkeit der Anwendung. J\u00fcttner stellte anhand eines Beispiels den Unterschied zwischen dem Komponentenansatz und der Bildung einer Aufwandsr\u00fcckstellung vor. Auf besonderes Interesse stie\u00df bei den Zuh\u00f6rern die Vorstellung einer Tabelle von Lebensdauern von Bauteilen und Bauteilschichten sowie deren Anwendung bei Erstellung eines neuen Geb\u00e4udes. Der Komponentenansatz kann nur bei gro\u00dfen Anlagen oder Geb\u00e4uden mit signifikanten Komponenten, die dar\u00fcber hinaus deutlich unterschiedliche Nutzungsdauern haben und die im Rahmen einer Gesamtnutzungsdauer ein- oder mehrmals ersetzt bzw. general\u00fcberholt werden, zur Anwendung gebracht werden. Nicht nach dieser Methode zu bilanzieren sind kleinere Wartungs- und Reparaturarbeiten an einem Verm\u00f6gensgegenstand.<\/p>\n<p>Diplom-Finanzwirt und Steuerberater Wolfgang B\u00f6rstinger ging in seinem Kurzvortrag auf die Bilanzierung immaterieller Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nde und Wirtschaftsg\u00fcter ein. Er erkl\u00e4rte die Begriffe \u201eRechte, rechts\u00e4hnliche Werte und sonstige Vorteile\u201c anhand zahlreicher Beispiele. Insbesondere die Bewertung und Bilanzierung von selbsterstellten immateriellen Verm\u00f6gensgegenst\u00e4nden nach HGB und Wirtschaftsg\u00fctern nach StR sowie nach IFRS wurden von ihm erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Auf besonderes Interesse stie\u00df bei den Teilnehmern der Vortrag von Diplom-Informatiker Edel Konrad Rosenberger, der die Anlagenbuchhaltung in der SAP-Anwenderpraxis vorstellte. Wie funktioniert die Anlagenunternummer, was ist ein Anlagenkomplex, wie k\u00f6nnen Umbuchungen und Umsetzungen gro\u00dfer Datenmengen elegant umgesetzt werden, wie gelingen Wertkorrekturen, Zuschreibungen und Nachaktivierungen und welche Spezialfunktionen kennt das SAP-System zur Massenverarbeitung? Rosenberger zeigte anhand zahlreicher Bildschirmbilder, welche M\u00f6glichkeiten das System bietet, auch wenn viele Anwender diese aufgrund der stark eingeschr\u00e4nkten Benutzerrechte gar nicht sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am Abend gab es die M\u00f6glichkeit zum einem \u201eget together\u201c im Delano Beach Restaurant in Weinheim, welches ein Gro\u00dfteil der Teilnehmer auch rege nutzten.<\/p>\n<p>Der zweite Tag begann wiederum mit einem Vortrag von Uwe J\u00fcttner, der den \u201eWerkzeugkasten der Bilanzierung\u201c vorstellte. Er erkl\u00e4rte nach einer Einleitung in das Thema, wie Bilanzierungsrichtlinien (Accounting Rules) f\u00fcr Konzerne, Gro\u00dfunternehmen und KMUs aufgebaut, wie Aktivierungsleitlinien im Anlageverm\u00f6gen erstellt werden und welche Inhalte in ein Inventurhandbuch f\u00fcr das Anlageverm\u00f6gen geh\u00f6ren. Die Bilanzierungsrichtlinien sollen den Mitarbeitern und externen Abschlusspr\u00fcfern der einzelnen Gesellschaften des Konzerns Hilfestellungen bei der Bilanzerstellung geben. J\u00fcttner nannte zahlreiche Beispiele f\u00fcr detaillierte Richtlinien:<\/p>\n<ul>\n<li>Begriff des Verm\u00f6gensgegenstandes<\/li>\n<li>Bewertung des Anlageverm\u00f6gens<\/li>\n<li>Behandlung von Subventionen, Zusch\u00fcssen und Zulagen<\/li>\n<li>Bewertung von EDV-Programmen, Software<\/li>\n<li>Bewertung von GWGs<\/li>\n<li>Nutzungsdauern<\/li>\n<li>Bilanzierung anderer aktivierter Eigenleistungen usw.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ziel eines Inventurhandbuches ist es, einen \u00dcberblick \u00fcber das Identifikations- und Inventurverfahren im gesamten Anlageverm\u00f6gen einer Unternehmung zu geben. Es wird beschrieben, welche Gruppen von Wirtschaftsg\u00fctern des Anlageverm\u00f6gens durch eine Barcodelabel-Identifikation kenntlich gemacht werden und in welchen F\u00e4llen ein Datenblatt ersatzweise dem Kostenstellenverantwortlichen \u00fcbergeben wird. Ebenso wird erl\u00e4utert, bei welchen Gruppen von Wirtschaftsg\u00fctern auf eine Identifizierung verzichtet wird. Es beschreibt weiterhin die Vorgehensweise bei der Anlageninventur, welche Vereinfachungen und Erleichterungen zur Anwendung kommen.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft eine Anlageninventur in einem Gro\u00dfunternehmen ab? Diese Frage wurde von Emine Caliskan und Sandra H\u00fcbner vom D\u00fcsseldorfer Flughafen souver\u00e4n beantwortet. Zun\u00e4chst stellten die beiden Damen den drittgr\u00f6\u00dften Flughafen Deutschlands und zahlreiche Daten vor. Ein Kurzfilm mit zahlreichen Events des Flughafens gab einen kleinen Einblick \u00fcber das Geschehen auf einem solch gro\u00dfen Flughafen. Das eine Anlageninventur auf einem derart gro\u00dfen Gel\u00e4nde nicht einfach ist, erkl\u00e4rt sich von selbst. Die Erwartungshaltung an ein barcodegest\u00fctztes Anlageninventursystem war gro\u00df. Jedoch konnte das System der Freudenberg IT diese Erwartungen mehr als gerecht werden. Das Fazit war imposant:<\/p>\n<ul>\n<li>Heute ist das gesamte Anlageverm\u00f6gen mit Barcodelabels ausgestattet<\/li>\n<li>Akzeptanz der Anlageninventur in allen Bereichen des Flughafens<\/li>\n<li>Der Flughafen D\u00fcsseldorf w\u00fcrde diesen Schritt immer wieder gehen<\/li>\n<li>Eine Inventur anhand von SAP-Bestandslisten ist gar nicht mehr vorstellbar<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wie Unternehmen Prozesse dokumentieren und \u00fcberwachen k\u00f6nnen, war der Inhalt des n\u00e4chsten Vortrags von Uwe J\u00fcttner. Er erkl\u00e4rte den Aufbau und die Erstellung von Prozessbeschreibungen, beschrieb eine effiziente Kennzahlenanalyse (KPIs) im Anlageverm\u00f6gen, die Gegen\u00fcberstellung mit einem Business Case und die St\u00e4rken-Schw\u00e4chen-Analyse sowie revisionssichere Prozesskontrollen (Key controls), wie sie in gr\u00f6\u00dferen Unternehmen heute zum Tagesgesch\u00e4ft geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Uwe Vogt, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), erkl\u00e4rte den Teilnehmern, was sich hinter dem SOX \u2013 Sarbanes-Oxley Act verbirgt. In den USA gab es zwei gro\u00dfe Bilanzskandale: 2001 beim Unternehmen Enron und 2002 beim Unternehmen Worldcom. Als Reaktion darauf wurde das US-Bundesgesetz \u201eSarbanes-Oxley Act of 2002\u201c erlassen, welches nach seinen Verfassern benannt wurde und am 30.7.2002 in Kraft trat. Gebr\u00e4uchliche Abk\u00fcrzungen sind \u201eSOA\u201c und vor allem \u201eSOX\u201c. Ziel ist es, die Wiederherstellung des Vertrauens der Anleger in die Richtigkeit der ver\u00f6ffentlichten Finanzdaten von Unternehmen zu erreichen, die den US-amerikanischen Rechtsvorschriften unterliegen. In Deutschland sind von diesem Gesetz betroffen, Unternehmen deren Wertpapiere an einer US-B\u00f6rse gehandelt werden und deutsche Tochterunternehmen US-amerikanischer Gesellschaften. SOX will die Neuregelung der Verantwortlichkeiten von Unternehmensmanagern, eine versch\u00e4rfte Haftung der Wirtschaftspr\u00fcfer, strengere Anforderungen an die Richtigkeit von ver\u00f6ffentlichten Finanzdaten und eine Pr\u00e4zisierung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Abschlusspr\u00fcfer und Mandant.<\/p>\n<p>Wolfgang B\u00f6rstinger und Uwe J\u00fcttner gaben im Anschluss ein Wissens-Update f\u00fcr Anlagenbuchhalter. Dazu geh\u00f6rten die Herstellungskosten im Steuerrecht, Bewertung von Updates und Upgrades und ein \u00dcberblick \u00fcber das BMF-Schreiben vom 16.07.2014 zur Teilwertabschreibung.<\/p>\n<p>Den Abschluss der Vortragsreihe gestaltete Axel Uhrmacher, indem er \u00fcber Sprachbarrieren im Rechnungswesen referierte und wie diese zu \u00fcberwinden sind. Es ist nicht immer einfach, dass Fachjargon zu verstehen. Wenn dann noch sprachliche Barrieren beispielsweise ausl\u00e4ndischer Mitarbeiter hinzukommen, dann kann es schnell zu Missverst\u00e4ndnisses kommen. Daher ist es wichtig, immer wieder nachzufragen, ob das Gesagte so auch verstanden wurde, wie es gemeint war.<\/p>\n<p>Zum Schluss dankten die Organisatoren allen Teilnehmern f\u00fcr deren Kommen sowie den Referenten f\u00fcr deren fachliche Ausf\u00fchrungen und dem Gastgeber Freudenberg IT f\u00fcr die Bereitstellung der R\u00e4umlichkeiten. Schon jetzt sollten sich Anlagenbuchhalter den Termin f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr vormerken: 20. \u2013 21. Oktober 2015.<\/p>\n<p>Uwe J\u00fcttner<br \/>\nEMAA-Pr\u00e4sident<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht \u00fcber die 5. Anlagenbuchhalter-Tagung Bereits zum f\u00fcnften Mal traf sich die Community der Anlagenbuchhalter\/-innen zu einer zweit\u00e4gigen Tagung in den R\u00e4umlichkeiten der Unternehmensgruppe Freudenberg in Weinheim an der Bergstra\u00dfe. Die Veranstaltung, organisiert vom BVBC, der EMAA und der Freudenberg IT ist eine feste Gr\u00f6\u00dfe im j\u00e4hrlichen Seminarkalender. 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