{"id":2431,"date":"2016-02-20T14:35:14","date_gmt":"2016-02-20T13:35:14","guid":{"rendered":"http:\/\/emaa.de\/?p=2431"},"modified":"2016-03-06T11:39:45","modified_gmt":"2016-03-06T10:39:45","slug":"2431","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/emaa.de\/?p=2431","title":{"rendered":"Bundesgesetz \u00fcber den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR Gesetz) in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<h1 style=\"text-align: center;\">Bundesgesetz \u00fcber den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR Gesetz) in \u00d6sterreich<br \/>\nDieses Bundesgesetz tritt mit 15. M\u00e4rz 2016 in Kraft.<\/h1>\n<p><strong>Nationaler Qualifikationsrahmen vom Unterrichtsausschuss mehrheitlich gebilligt<\/strong><\/p>\n<p><em>19.02.2016, Wilfried Hackl, <a href=\"http:\/\/conedu.com\/\">Online-Redaktion<\/a><\/em><\/p>\n<p>Aktuelle Parlamentskorrespondenz gibt Einblick in die vorangehende Meinungsbildung und Beschlussfassung der ParlamentarierInnen.<\/p>\n<p>Mit einem Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) sollen k\u00fcnftig in der Ausbildung oder im Beruf erworbene Fertigkeiten besser vergleichbar werden. Diese Regierungsinitiative zur F\u00f6rderung der Lern- und Arbeitskr\u00e4ftemobilit\u00e4t erhielt am 18. Februar im Unterrichtsausschuss des Nationalrats mehrheitliche Zustimmung.<\/p>\n<p>SP\u00d6 und \u00d6VP erwarten vom neuen Vergleichsschema mehr Transparenz und Durchl\u00e4ssigkeit im Bildungsbereich, wobei besonders die berufliche Ausbildung eine Aufwertung erfahren soll. Um ein m\u00f6glichst breites Personenspektrum in der NQR-Steuerungsgruppe abzubilden, erg\u00e4nzten die Koalitionsparteien das im Gesetzesentwurf festgeschriebene Gremium um Mitglieder der Bundesjugendvertretung und der \u00d6sterreichischen Privatuniversit\u00e4ten Konferenz.<\/p>\n<p>Ab Herbst soll das elektronische Register zum Nationalen Qualifikationsrahmen online gehen, so Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Die zust\u00e4ndige Steuerungsgruppe beginne dieses Fr\u00fchjahr mit ihren Sitzungen, dabei werde auch das NQR-Handbuch f\u00fcr die Zuordnung von formalen Qualifikationen zum Nationalen Qualifikationsrahmen verabschiedet. Einen mitverhandelter FP\u00d6-Antrag auf h\u00f6here Einstufung des Ingenieur-Abschlusses in der NQR-Skala vertagte die Ausschussmehrheit vorerst mit dem Hinweis auf den unabh\u00e4ngigen Beirat, der die Qualifikationen einordnet.<\/p>\n<p>Die Organisationsform des NQR prangerte wiederum f\u00fcr die FP\u00d6 Bildungssprecher Walter Rosenkranz als \u00fcberbordend an. Sein Bereichskollege von den Gr\u00fcnen, Harald Walser, gab ihm nicht nur Recht, er vermutete auch eine Bevorzugung privater Bildungseinrichtungen, weswegen er namens seiner Fraktion ebenfalls den Gesetzesentwurf ablehnte. NEOS-Sprecher Matthias Strolz kritisierte zwar, das NQR-Schema sei zu sehr vom \u00f6sterreichischen Akademikerbild gepr\u00e4gt, er trage das Projekt als gesamteurop\u00e4ische Initiative aber dennoch mit. [&#8230;]<\/p>\n<p><strong>\u00dcbersetzungshilfe f\u00fcr Qualifikationen soll Orientierung geben&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Basis des <a href=\"http:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XXV\/I\/I_00999\/index.shtml\">Regierungsvorschlags (999 d.B.) <\/a>zum Nationalen Qualifikationsrahmen bildet der 2008 geschaffene Europ\u00e4ische Qualifikationsrahmen f\u00fcr lebenslanges Lernen. Dieser besteht aus acht Referenzniveaus zur grenz\u00fcberschreitenden Zuordnung von Abschl\u00fcssen anhand von Lernergebnissen. Dazu z\u00e4hlen laut Vorlage auch durch informelles Lernen erworbene Kompetenzen wie am Arbeitsplatz gewonnene Erfahrungen oder Sprachen, die w\u00e4hrend eines Auslandsaufenthalts erlernt werden.<\/p>\n<p>SP\u00d6-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann macht einen Paradigmenwechsel aus: k\u00fcnftig z\u00e4hle das faktische K\u00f6nnen mehr als die in einem formalen Bildungssystem verbrachte Zeit. Ziel sei, die Lern- und Arbeitsmobilit\u00e4t in der Europ\u00e4ischen Union durch bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu f\u00f6rdern. &#8222;Geschaffen wird eine Orientierungshilfe zur Verwertbarkeit der eigenen Abschl\u00fcsse sowie zu deren Anerkennung international&#8220;, ist Grossmann einig mit Daniela Holzinger-Vogtenhuber (S), die gerade hinsichtlich Entlohnung mehr Durchblick erwartet. Vergleichswerte vom europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt k\u00f6nnten leichter herangezogen werden. \u00dcberdies lobte Grossmann, in der Praxis erworbene Fertigkeiten erf\u00fchren mit dem NQR vermehrt Anerkennung, was in der Erwachsenenbildung eine gro\u00dfe Rolle spiele.<\/p>\n<p><strong>&#8230;und mehr Durchl\u00e4ssigkeit im Bildungssystem<\/strong><\/p>\n<p>\u00d6VP-Abgeordneter Karlheinz T\u00f6chterle verspricht sich eine verst\u00e4rkte Durchl\u00e4ssigkeit der Bildungsg\u00e4nge. Das gelte sowohl f\u00fcr die berufliche Ausbildung, &#8222;die von hohem Wert in sich ist&#8220;, als auch f\u00fcr den Universit\u00e4tssektor, wo der NQR &#8222;eine Bresche in die Front der ECTS-Bef\u00fcrworter&#8220; schlagen k\u00f6nne. Das European Credit Transfer System (ECTS) als internationale Ma\u00dfeinheit f\u00fcr Studienleistungen stelle n\u00e4mlich rein auf zeitliche Aspekte ab, Lernleistungen w\u00fcrden damit kaum vergleichbar.<\/p>\n<p>Die Bemessung von Eingangsqualifikationen sei aber wichtig f\u00fcr Universit\u00e4ten, wenn sie sich k\u00fcnftig &#8211; wie der Wissenschaftssprecher hofft &#8211; einer breiteren Bev\u00f6lkerungsschicht zuwenden. Eine automatische Zugangsberechtigung zu Universit\u00e4ten ergibt sich aus einer Qualifikationseinstufung auf einem bestimmten Level im NQR allerdings nicht, hei\u00dft es in der Regierungsvorlage.<\/p>\n<p>Die Bewertung von verschiedenen Lernkontexten &#8211; vom klassischen Unterricht, \u00fcber wissenschaftliche Disziplinen bis zum Berufsleben &#8211; beruht laut Gesetzesentwurf im Qualifikationsrahmen grunds\u00e4tzlich auf einer gleichwertigen Ausgangsbasis. Sektionschef Christian Dorninger, k\u00fcnftiger Leiter der NQR-Steuerungsgruppe, informierte die Abgeordneten aber, unter den EU-Mitgliedsl\u00e4ndern werde der Umgang mit non-formalen Qualifikationen noch debattiert. Im Bereich der beruflichen Qualifikation wollte er folglich nicht ausschlie\u00dfen, dass dabei in Anlehnung an die universit\u00e4re Schiene im Register neue Strukturen auf den obersten Stufen vereinbart werden.<\/p>\n<p>Dorninger reagierte damit auf eine Unmuts\u00e4u\u00dferung von Klubobmann Strolz (N) zur \u00f6sterreichischen Variante des Europ\u00e4ischen Qualifikationsrahmens, &#8222;die Akademisierung als Sonderklasse des Menschseins&#8220; im Gesetz festschreiben zu wollen. Gr\u00fcnen-Wissenschaftssprecherin Sigrid Maurer hinterfragte zudem, wie unabh\u00e4ngig die Einstufung diverser Abschl\u00fcsse sich gestaltet. In ihren Augen ist der Regierungsvorschlag zum Qualifikationsrahmen eine &#8222;sozialpartnerschaftliche \u00dcbereinkunft&#8220;, ohne Vetorecht einer wissenschaftlichen Interessensvertretung.<\/p>\n<p>Walter Rosenkranz (F) vermisst \u00fcberdies die M\u00f6glichkeit, individuelle Ansuchen um Einreihung einer Kompetenz im NQR zu stellen und Harald Walser (G) meinte, eine Bundesbeh\u00f6rde anstatt der NQR-Steuerungsgruppe w\u00e4re wohl kosteng\u00fcnstiger gekommen. F\u00fcr Ministerin Heinisch-Hosek belegen indes die \u00fcber 50 Stellungsnahmen zum Gesetzesvorschlag, dass man sich umfassend mit verschiedenen Meinungen dazu auseinandergesetzt hat. Au\u00dferdem k\u00f6nnten die Fraktionen im parlamentarischen Prozess immer noch weitere \u00c4nderungen anregen. Dorninger f\u00fcgte an, bei beh\u00f6rdlichen Verfahren in Verbindung mit der Registererstellung w\u00e4re der b\u00fcrokratische Aufwand weitaus gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p><strong>Koordinierungsstelle wird Qualifikationen einstufen<\/strong><\/p>\n<p>Katharina Kucharowits (S) und Eva-Maria Himmelbauer (V) hielten einhellig fest, der Nationale Qualifikationsrahmen bringe etliche Verbesserungen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, nicht zuletzt einen guten \u00dcberblick \u00fcber Qualifikationen erworben durch formelles wie informelles Lernen. Nachvollziehen konnte Himmelbauer zwar die Forderung der FP\u00d6 nach einer ad\u00e4quaten Anerkennung \u00f6sterreichischer IngenieurInnen auf der Qualifikationsskala. Tats\u00e4chlich verf\u00fcgten AbsolventInnen H\u00f6herer Technischer Lehranstalten (HTL) oder H\u00f6herer Land- und Forstwirtschaftlicher Lehranstalten (HLFL) \u00fcber eine \u00e4u\u00dferst hochwertige Ausbildung. Sie empfahl aber die Vertagung des Antrags (281\/A(E)), diese Berufsgruppe auf Bachelor-Niveau, also Ebene 6, im achtstufigen Qualifikationsrahmen zu bringen. Es gelte, die Implementierung der zust\u00e4ndigen Koordinierungsstelle abzuwarten, erkl\u00e4rte die \u00d6VP-Mandaratin.<\/p>\n<p>Damit die au\u00dferschulische Kinder- und Jugendarbeit als Lernkontext ebenfalls ber\u00fccksichtigt wird, habe man nun auch ein Mitglied der Bundesjugendvertretung im Steuerungsgremium zum Qualifikationsrahmen vorgesehen, erl\u00e4uterte Kucharowits den Hintergrund des entsprechenden SP\u00d6-\u00d6VP-Ab\u00e4nderungsantrags.<\/p>\n<p>Die Einteilung der Qualifikationen in die acht Niveaus des NQR soll dem Regierungsplan zufolge in einer eigens zu schaffenden nationalen NQR-Koordinierungsstelle erfolgen. Als Standort ist die \u00d6sterreichische Au\u00dfendienst-GmbH f\u00fcr internationale Mobilit\u00e4t und Kooperation in Bildung, Wissenschaft und Forschung angedacht. Die veranschlagten Kosten von j\u00e4hrlich 190.000 \u20ac f\u00fcr sonstige Aufwendungen \u00fcbernehmen das Bildungsministerium und das Wirtschaftsministerium. http:\/\/erwachsenenbildung.at\/aktuell\/nachrichten_details.php?nid=9879<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgesetz \u00fcber den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR Gesetz) in \u00d6sterreich Dieses Bundesgesetz tritt mit 15. M\u00e4rz 2016 in Kraft. Nationaler Qualifikationsrahmen vom Unterrichtsausschuss mehrheitlich gebilligt 19.02.2016, Wilfried Hackl, Online-Redaktion Aktuelle Parlamentskorrespondenz gibt Einblick in die vorangehende Meinungsbildung und Beschlussfassung der ParlamentarierInnen. 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