{"id":960,"date":"2015-02-04T10:22:11","date_gmt":"2015-02-04T09:22:11","guid":{"rendered":"http:\/\/emaa.de\/?p=960"},"modified":"2015-02-04T10:22:11","modified_gmt":"2015-02-04T09:22:11","slug":"nachweis-von-bewirtungsaufwendungen-durch-eigenbelege","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/emaa.de\/?p=960","title":{"rendered":"Nachweis von Bewirtungsaufwendungen durch Eigenbelege"},"content":{"rendered":"<p>FG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 7.12.2009, 11 K 1093\/07 E (Revision zugelassen)<\/p>\n<p>Bewirtungsaufwendungen k\u00f6nnen auch dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn lediglich Eigenbelege mit Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmern und Anlass der Bewirtung sowie der H\u00f6he der Aufwendungen vorliegen. Die unterbliebene Angabe des Bewirtenden (bewirtende Person bzw. Rechnungsempf\u00e4nger) im Bewirtungsvordruck kann nachgeholt werden.<\/p>\n<p>Der Abzugsf\u00e4higkeit der Bewirtungsaufwendung steht nicht entgegen, dass die eingereichten Rechnungen keine Angaben zum Rechnungsadressaten enthalten, wenn die wirtschaftliche Belastung durch Kreditkartenabrechnungen nachgewiesen ist.<\/p>\n<h3><strong>Problemstellung<\/strong><\/h3>\n<p>Im Streitfall erkannte das <strong>Finanzamt<\/strong> Bewirtungsaufwendungen eines Gewerbetreibenden in H\u00f6he von 5.339 DM (1998), 8.969 DM (1999) bzw. 16.509 DM (2000) mit folgender Begr\u00fcndung nicht an: Rechnungen \u00fcber 200 DM (derzeit: <strong>\u00fcber 150 \u20ac<\/strong>) m\u00fcssten auch den Namen des bewirtenden Steuerpflichtigen enthalten (R 21 Abs. 8 Satz 4 EStR a.F. \u2013 aktuell: R 4.10 Abs. 8 Satz 4 EStR). Damit l\u00e4gen keine ordnungsgem\u00e4\u00dfen Rechnungen im Sinne des \u00a7 14 UStG vor. Dies gelte auch f\u00fcr im Ausland angefallene Bewirtungsaufwendungen. Die zur Verf\u00fcgung gestellten Eigenbelege waren nach Auffassung der Betriebspr\u00fcfung nicht ausreichend. Die Angabe des Bewirtenden (bewirtende Person bzw. Rechnungsempf\u00e4nger) sei lediglich auf den Formbl\u00e4ttern enthalten. Mit Blick auf Aufwendungen in H\u00f6he von 1.239,83 DM fehlten jegliche Belege. Eine Bewirtungsrechnung \u00fcber 792,60 DM laute nicht auf den Namen des Gewerbetreibenden, sondern auf die Firma A.<\/p>\n<p>Der <strong>Gewerbetreibende<\/strong> brachte u.a. folgende Gegenargumente hervor:<\/p>\n<ul>\n<li>Seit 1990 ist auf dem Bewirtungsbeleg die Unterschrift des Gastwirts nicht mehr erforderlich.<\/li>\n<li>Ebenso sei das Fehlen des Namens des Bewirtenden unsch\u00e4dlich. Die wirtschaftliche Belastung sei durch die Kreditkartenabrechnungen nachgewiesen worden. Bei Einzelunternehmern sei zudem eine sp\u00e4tere Erg\u00e4nzung der Angaben m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich wurde auf das BMF-Schreiben vom 21.11.1994 (BStBI. I 1994, 855, Tz. 3) verwiesen, wonach Bewirtungsaufwendungen im Ausland auch dann abgezogen werden k\u00f6nnten, wenn sie den im deutschen Gesetz geforderten Anforderungen nicht voll entspr\u00e4chen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Urteil:<\/h3>\n<p>Die geltend gemachten Bewirtungsaufwendungen in H\u00f6he von 5.339 DM (1998), 8.969 DM (1999) bzw. 16.509 DM (2000) sind zu Unrecht gek\u00fcrzt worden. <strong>Gerechtfertigt<\/strong> sind lediglich die folgenden beiden K\u00fcrzungen<\/p>\n<ul>\n<li>1.239 DM (1998): Diesbez\u00fcglich wurde weder ein Nachweis erbracht (gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG: Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie H\u00f6he der Aufwendungen) noch sind Rechnungen samt Angaben zu dem Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung vorgelegt worden (\u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG); diese Nachweiserfordernisse sind auch dann zu erf\u00fcllen, wenn diese Bewirtungsaufwendungen von der Firma A ersetzt wurden.<\/li>\n<li>634 DM (2000); errechnet aus 792 DM brutto abz\u00fcglich 80% vom Nettobetrag 682,76 DM (546,62 DM) zuz\u00fcglich 16% USt (87,46 DM): Die auf einen anderen Steuerpflichtigen ausgestellte Rechnung gen\u00fcgt den Nachweiserfordernissen des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 S\u00e4tze 2 und 3 EStG nicht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die anderen Bewirtungsaufwendungen sind abzugsf\u00e4hig, soweit auf den ausgestellten Rechnungen lediglich der <strong>Name<\/strong> des Gewerbetreibenden (Rechnungsadressat) <strong>fehlt<\/strong>. Daher sind weitere Betriebsausgaben in H\u00f6he von 4.100 DM (1998), 8.969 DM (1999) bzw. 15.875 DM (2000) zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die erstellten <strong>Eigenbelege<\/strong> mit Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmern und Anlass der Bewirtung sowie H\u00f6he der Aufwendungen gelten als ordnungsgem\u00e4\u00dfe Nachweise (gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Sofern der Gewerbetreibende als bewirtende Person zum Teil nachgetragen worden sein sollte, w\u00e4re dies unsch\u00e4dlich. Die unterbliebene Angabe des Bewirtenden im Bewirtungsvordruck kann nachgeholt werden.<\/p>\n<p>Zwar verlangt die Rechtsprechung ebenso wie die Finanzverwaltung (R 4.10 Abs. 8 Satz 4 EStR) bei Rechnungen \u00fcber 200 DM (150 \u20ac) die Angabe des Bewirtenden auf der Rechnung. Auf die Voraussetzungen des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG (Angaben zu dem Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung) und damit das Vorliegen einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Rechnung kann es jedoch nicht ankommen, wenn \u2013 wie hier \u2013 bereits die Anforderungen des \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG erf\u00fcllt sind (Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie H\u00f6he der Aufwendungen).<\/p>\n<p>Dies muss jedenfalls dann gelten, wenn \u2013 wie im Streitfall \u2013 zumindest Rechnungen ohne Angabe des Rechnungsempf\u00e4ngers vorliegen und die wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen durch <strong>Kreditkartenabrechnungen<\/strong> nachgewiesen ist.<\/p>\n<p>In systematischer Hinsicht stellt \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 3 EStG lediglich eine Vereinfachungsregelung zu \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG f\u00fcr den Fall der\u00a0<strong>Gastst\u00e4ttenbewirtung<\/strong> dar. Dabei ersetzt die Gastst\u00e4ttenrechnung allein die Angaben zum Tag und Ort der Bewirtung sowie zur H\u00f6he der Aufwendungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 7.12.2009, 11 K 1093\/07 E (Revision zugelassen) Bewirtungsaufwendungen k\u00f6nnen auch dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn lediglich Eigenbelege mit Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmern und Anlass der Bewirtung sowie der H\u00f6he der Aufwendungen vorliegen. Die unterbliebene Angabe des Bewirtenden (bewirtende Person bzw. Rechnungsempf\u00e4nger) im Bewirtungsvordruck kann nachgeholt werden. 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