{"id":2295,"date":"2015-10-23T13:08:48","date_gmt":"2015-10-23T12:08:48","guid":{"rendered":"http:\/\/emaa.de\/?p=2295"},"modified":"2016-03-06T12:23:24","modified_gmt":"2016-03-06T11:23:24","slug":"2295","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emaa.de\/?p=2295","title":{"rendered":"D\u00fcrfen ausl\u00e4ndische Steuerexperten in Deutschland Mandanten beraten? (EuGH)"},"content":{"rendered":"<p>0\/10.2015 \/ 14:27 Uhr<\/p>\n<p><strong>D\u00fcrfen ausl\u00e4ndische Steuerexperten in Deutschland Mandanten beraten? (EuGH)<\/strong><\/p>\n<table style=\"height: 256px;\" width=\"584\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"287\">\u00a0<a href=\"http:\/\/emaa.de\/wp-878ef-content\/uploads\/2015\/10\/EUGH.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2296\" src=\"http:\/\/emaa.de\/wp-878ef-content\/uploads\/2015\/10\/EUGH.jpg\" alt=\"EUGH\" width=\"220\" height=\"144\" \/><\/a><\/td>\n<td width=\"559\"><strong>Deutsche Steuerberater k\u00f6nnten bald Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Darauf deuten die Schlussantr\u00e4ge des Generalanwalts Pedro Cruz Villal\u00f3n am Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) hin (Rechtssache C-342\/14). Dass eine in einem anderen EU-Mitgliedsstaat niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft nicht f\u00fcr Mandanten in Deutschland arbeiten d\u00fcrfe, versto\u00dfe gegen den freien Dienstleistungsverkehr, meint Cruz Villal\u00f3n.<\/strong><strong><span style=\"text-decoration: underline;\">Deutschland versto\u00dfe damit gegen den freien Dienstleistungsverkehr<\/span> (EuGH, Schlussantr\u00e4ge v. 1.10.2015 in der Rs. C-342\/14).<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Hintergrund: <\/strong>Hintergrund des Verfahrens ist eine entsprechende Vorlagefrage des BFH. Dieser hatte dem EuGH die Frage vorgelegt, ob eine ausl\u00e4ndische Steuerberatungsgesellschaft mit Niederlassung in einem anderen EU-Mitgliedstaat vom Ausland aus Steuererkl\u00e4rungen f\u00fcr nach deutschem Recht steuerpflichtige Personen erstellen und an die Steuerbeh\u00f6rden \u00fcbermitteln darf. Diese Berechtigung besteht nach deutschem Berufsrecht regelm\u00e4\u00dfig nicht (BFH, Beschluss v. 20.5.2014 &#8211; II R 44\/12).<\/p>\n<p><strong>Sachverhalt: <\/strong>Die Kl\u00e4gerin ist eine britische Kapitalgesellschaft mit Sitz in Gro\u00dfbritannien und Niederlassungen in den Niederlanden sowie in Belgien. Gegenstand des Unternehmens ist die Wirtschaftsberatung, Steuerberatung und das Rechnungswesen. In Deutschland ist sie nicht als Steuerberatungsgesellschaft zugelassen. Gesellschafter und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Kl\u00e4gerin sind die in Deutschland ans\u00e4ssige S und der in Belgien ans\u00e4ssige Y. Y war fr\u00fcher in Deutschland als Steuerberater bestellt, seine Bestellung wurde jedoch widerrufen. Die Kl\u00e4gerin ber\u00e4t mehrere in Deutschland ans\u00e4ssige Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten und tritt f\u00fcr diese in steuerlichen Verwaltungsverfahren auf.<\/p>\n<p><strong>Hierzu f\u00fchrte der Generalanwalt weiter aus:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die deutsche Regelung unterwirft die gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfige Hilfeleistung in Steuersachen durch eine Steuerberatungsgesellschaft einem Regime der vorherigen Genehmigung, die ihrerseits die entsprechende berufliche Qualifikation der Leitungsorgane dieser Gesellschaft voraussetzt.<\/li>\n<li>Damit nimmt sie einer Steuerberatungsgesellschaft mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat, in dem diese T\u00e4tigkeit befugt ausge\u00fcbt wird, ohne reglementiert zu sein, jede M\u00f6glichkeit, ihre Leistungen in Deutschland zu erbringen und stellt daher eine Beschr\u00e4nkung des freien Dienstleistungsverkehrs im Sinne von Art. 56 AEUV dar.<\/li>\n<li>Der Zweck der Reglementierung, den Verbraucher vor falscher Beratung zu sch\u00fctzen, kann nur dann eine Beschr\u00e4nkung des freien Dienstleistungsverkehrs rechtfertigen, wenn sie dem Anliegen gerecht wird, das erstrebte Ziel in koh\u00e4renter und systematischer Weise zu erreichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Streitfall l\u00e4sst sich insoweit feststellen, dass \u00a7 4 StBerG eine gro\u00dfe Zahl von Personen aufz\u00e4hlt, die zur gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt sind, ohne \u00fcber eine entsprechende Berufsqualifikation zu verf\u00fcgen (z.B. Notare, Patentanw\u00e4lte, Verm\u00f6gensverwalter, Berufsvereinigungen, Lohnsteuerhilfevereine, Arbeitgeber, inl\u00e4ndische Kapitalanlagegesellschaften oder ausl\u00e4ndische Kreditinstitute). Diesen Personen ist offensichtlich gemeinsam, dass sie im Rahmen ihrer Hauptt\u00e4tigkeit zus\u00e4tzlich zur Hilfeleistung in Steuersachen berufen sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<ul>\n<li>Unter diesen Umst\u00e4nden kann man schwerlich behaupten, dass die deutsche Regelung die Empf\u00e4nger von gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Hilfsleistungen in Steuersachen in systematischer und koh\u00e4renter Weise sch\u00fctzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Quelle: <\/strong>EuGH online<\/p>\n<p><strong>Hinweis: <\/strong>Den Text der Schlussantr\u00e4ge des Generalanwalts Pedro Cruz Villal\u00f6n finden sie auf den Internetseiten des EuGH. Das endg\u00fcltige Urteil des EuGH wird wohl noch einige Monaten auf sich warten lassen. Zumeist folgt der EuGH darin aber den Schlussantr\u00e4gen seiner Generalanw\u00e4lte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>0\/10.2015 \/ 14:27 Uhr D\u00fcrfen ausl\u00e4ndische Steuerexperten in Deutschland Mandanten beraten? (EuGH) \u00a0 Deutsche Steuerberater k\u00f6nnten bald Konkurrenz aus dem Ausland bekommen. Darauf deuten die Schlussantr\u00e4ge des Generalanwalts Pedro Cruz Villal\u00f3n am Europ\u00e4ischen Gerichtshof (EuGH) hin (Rechtssache C-342\/14). 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